Das Wichtigste in Kürze:
- Wenn du deine Coins länger als ein Jahr gehalten hast, sind deine KryptoGewinne nach wie vor steuerfrei. Es ist noch kein anderslautendes Gesetz verabschiedet worden.
- Was passiert ist: Die Regierung hat einen Haushaltsentwurf beschlossen und darin deutlich gemacht, dass sie Krypto- und Aktiengewinne rechtlich gleichstellen will.
- Das ist aber nicht das Ende des Gesetzgebungsverfahrens. Ein Referentenentwurf sowie Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat stehen noch aus.
- Für dich besteht kein Handlungsdruck. Vorschnelle Reaktionen könnten dich mehr kosten als eine Steueränderung, die möglicherweise so gar nicht kommt.
Erstmal durchatmen
Seit einigen Tagen kursieren Schlagzeilen, die für Unruhe sorgen: „Haltefrist wird abgeschafft“, „Krypto-Gewinne künftig immer steuerpflichtig“. Wir verstehen, wenn dich das verunsichert – besonders, wenn du Coins hältst, die du eigentlich steuerfrei verkaufen wolltest.
Deshalb hier die wichtigste Botschaft vorweg: Stand heute ändert sich für dich nichts. Die bisherige Regelung gilt weiter. Und ob sie sich überhaupt ändert, ist noch offen. Wir ordnen ein, was wirklich beschlossen wurde, welche Hürden im Gesetzgebungsverfahren noch anstehen – und was wir bei BISON tun.
Was wurde beschlossen?
Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr verabschiedet. Darin ist vorgesehen, Kryptowährungen steuerlich den Einkünften aus Kapitalvermögen zuzuordnen – so wie es bei Aktien oder ETFs bereits der Fall ist.
Konkret würde das bedeuten:
- Die Steuerfreiheit nach einem Jahr entfällt.
- Auf Gewinne fällt pauschal 26,375 % Kapitalertragsteuer (incl. Soli) an – egal, wie lange du gehalten hast.
- Geplanter Starttermin: 1. Januar 2027.
Was gilt bisher? Kryptowährungen sind rechtlich „andere Wirtschaftsgüter“ und damit in derselben Kategorie wie Gold, Fremdwährungen oder Sammlerstücke. Diese Einordnung ist die rechtliche Grundlage für die Haltefrist.
Wie weit sind wir vom fertigen Gesetz entfernt?
Weiter, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Der Kabinettsbeschluss ist der politische Wille der Regierung – aber nicht das Ergebnis des Gesetzgebungsverfahrens. Das steht erst am Anfang.
Was noch passieren muss:
| Schritt | Status |
|---|---|
| Kabinettsbeschluss (Haushaltsentwurf) | ✅ Erledigt |
| Referentenentwurf des Finanzministeriums (Haushaltsentwurf) | ❌ Liegt noch nicht vor |
| Abstimmung im Bundestag | ❌ Mehrheit unsicher |
| Abstimmung im Bundesrat | ❌ Steht aus |
Sollte die Krypto-Steuer im endgültigen Gesetzentwurf noch enthalten sein, stünde die nächste Hürde an: Eine Mehrheit im Bundestag ist für das Vorhaben keineswegs sicher: Die CDU/CSU-Fraktion hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen eine Abschaffung der Haltefrist positioniert. Die Unionsfraktion argumentierte zuletzt, dass eine Abschaffung der Haltefrist keine Gerechtigkeitslücken schließe, sondern neue aufreiße. Wieso sollten Kryptowährungen auch anders besteuert werden als Edelmetalle oder Fremdwährungen?
Ob die Union dem Vorhaben des Koalitionspartners SPD am Ende trotzdem zustimmt, ist offen.
Was heißt das konkret für dich?
Kurzfassung: Du musst jetzt nichts tun. Aber es gibt offene Fragen, die du im Blick behalten solltest:
- Bestandsschutz: Wie wird mit Coins umgegangen, die du bereits länger als ein Jahr hältst? Dazu gibt es bisher keine belastbaren Aussagen.
- Verlustverrechnung: Wenn Krypto wie Aktien behandelt wird – können Krypto-Verluste dann auch mit Aktiengewinnen verrechnet werden? Unklar.
- Übergangsregelungen: Das Gesetz soll ab 1. Januar 2027 in Kraft treten. Offen bleibt aber, ob es einen Stichtag geben wird, zu dem das Gesetz rückwirkend gilt.
Niemand kann diese Fragen derzeit seriös beantworten – auch kein Steuerberater. Die konkrete Ausgestaltung wird erst durch den Gesetzentwurf offenbar werden.
Wie wir dazu stehen
Für uns ist klar: Steuerpolitik sollte Orientierung geben – nicht Unsicherheit schaffen. Häufige Gesetzesänderungen erschweren langfristige Entscheidungen.
Die bisherige Haltefrist unterscheidet zwischen kurzfristigen Trades und langfristigem Vermögensaufbau. Sie belohnt jene, die geduldig investieren, statt kurzfristig zu handeln.
Fachlich ist die pauschale Gleichsetzung von Kryptowährungen mit Aktien nicht selbstverständlich. Viele Vermögenswerte werden weiterhin anders behandelt als Aktien. Steuerrechtler sehen hier offene Fragen, die auch eine rechtliche Angreifbarkeit eines entsprechenden Gesetzes bedeuten könnten.
Und: Deutschland hat sich zu einem der führenden regulierten Kryptostandorte Europas entwickelt. Diesen Erfolg aufs Spiel zu setzen, indem man steuerliche Planbarkeit untergräbt, ist ein Risiko.
Wir mischen uns nicht in Parteipolitik ein. Aber wir setzen uns für Rahmenbedingungen ein, die Anlegern dienen – und begleiten dich durch jede Veränderung.
Was wir bei BISON jetzt tun
- Wir informieren dich, sobald es neue, belastbare Entwicklungen gibt – ohne Spekulation, ohne Alarmismus.
- Wir arbeiten an Tools und Services, die dir helfen, den Überblick über dein Portfolio und deine steuerliche Situation zu behalten. Sobald es so weit ist, erfährst du es von uns.
- Wir machen dir das Steuer-Thema schon jetzt einfach. Mit unserem InfoReport und dem Steuer-Report mit Blockpit hast du in der BISON App alles, um deine Transaktionen rechtssicher aufzubereiten. Unabhängig davon, wie sich die Gesetzeslage entwickelt.
Bleib informiert
Dieses Thema wird uns noch Monate begleiten. Wir bei BISON werden aber dafür sorgen, dass Krypto mit oder ohne Haltefrist bei uns einfach bleibt. Damit du in Zukunft nichts verpasst: Aktiviere Benachrichtigungen in den Einstellungen der BISON App und wir melden uns, wenn es etwas Neues gibt.
Quellen:
- Haushaltsentwurf 2027 der Bundesregierung
URL: https://table.media/assets/berlin/haushalt_2027.pdf - Blocktrainer.de: Bundeskabinett beschließt Haushaltsentwurf mit Änderung der Krypto-Steuer
URL: https://www.blocktrainer.de/blog/bundeskabinett-beschliesst-haushaltsentwurf-mit-aenderung-der-krypto-steuer