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Animation BISON Cryptoradar Kurs Bitcoin

BISON Cryptoradar: So denkt der Markt über Bitcoin & Co

Bei dem BISON Cryptoradar handelt es sich um eine bildliche Darstellung von Marktstimmungen über die auf BISON verfügbaren Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple (XRP) und Bitcoin Cash. Dargestellt werden die Ergebnisse der laufenden Auswertung von täglich vielen tausend Beiträgen auf Twitter. Aber wie genau funktioniert das System eigentlich und wie könnte man die Darstellungen im Cryptoradar interpretieren? Dazu mehr in diesem Blogartikel.

Bessere Informationen erlauben bessere Entscheidungen

Entscheidungen über den Kauf bzw. den Verkauf einer bestimmten Kryptowährung werden auf der Basis von Informationen gefällt. Das kann einfach nur der Tipp eines versierten Freundes sein. Oder zum Beispiel Informationen über die technische Grundlage einer Kryptowährung, woraus sich bestimmte Anwendungsszenarien ableiten, denen man eine große Zukunft zutraut. Eine weitere Information könnte die allgemeine Stimmung im Markt sein. Ob Optimismus oder Pessimismus in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Kurse – Marktstimmungen sind da, auch wenn von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden. Das können Ereignisse mit Konsequenzen für das gesamtwirtschaftliche Umfeld sein wie Naturkatastrophen oder politische Krisen. Oder die Rahmenbedingungen ändern sich, weil wichtige Märkte mit neuen Regularien umgehen müssen. Oder große Investoren haben ein entsprechendes Engagement angekündigt usw. Bei den Kryptowährungen ist es nicht ganz einfach, solche externen Faktoren zu erkennen: Immer wieder lassen sich plötzliche Kursbewegungen beobachten, die sich zunächst nicht auf eine konkrete Ursache zurückführen lassen. Gerade aber weil alles etwas willkürlich wirkt, ist es umso interessanter, mehr über die aktuelle Stimmung auf Twitter zu erfahren. Was denken die Marktteilnehmer? Das wiederum auf eigene Faust herauszufinden, ist wegen der Masse von Äußerungen fast unmöglich. 5.000 bis 30.000 Tweets werden vom Cryptoradar tagtäglich analysiert. Aus diesem Grund wurde der Cryptoradar entwickelt: Eine maschinelle Auswertung ermöglicht Erkenntnisse, die eine einzelne Person nicht gewinnen kann. Und bessere Informationen erlauben bessere Entscheidungen. Der Cryptoradar stellt in keinem Fall eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar, sondern dient lediglich der Information der Nutzer.

Wie funktioniert der Cryptoradar?

Zunächst muss man festhalten, dass die Ergebnisse des Cryptoradar auf Nachrichten basieren, die von Nutzern des Onlinedienstes Twitter veröffentlicht werden, sogenannte Tweets. Tweets sind maximal 280 Zeichen lang. Die begrenzte Zeichenzahl ist insofern interessant, weil die Nutzer schnell auf den Punkt kommen müssen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man eindeutige Meinungen erhält. Diese öffentlichen Tweets werden vom Cryptoradar gelesen und verarbeitet. Allerdings ist die menschliche Sprache ein komplexes Mittel der Kommunikation, bei deren inhaltlicher Bewertung sich IT-Anwendungen teilweise schwertun, selbst wenn sie über umfangreiche Bibliotheken an Begriffen verfügen, deren Stimmungsrichtung definiert wurde. Ein Beispiel, vor welchen Problemen IT-Systeme stehen, die menschliche Aussagen bewerten sollen.

Die Stimmung (sentiment) auf Twitter

Auf der Basis der textlichen Auswertung werden die Tweets in drei Kategorien eingeteilt: Positive Stimmung, negative Stimmung, neutrale Aussage.

Aus diesen Bewertungen wird ein so genanntes sentiment (= Stimmung) berechnet, allein auf der Anzahl entsprechender Tweets. Die Stimmung kann einen Wert zwischen 0 und +1 annehmen, wobei der Wert = 0 ist, wenn keine positiven Tweets vorliegen. Die beste Stimmung (Wert = +1) liegt dann vor, wenn kein einziger negativer Tweet festgestellt wurde.

Der Buzz auf Twitter

Neben der Stimmung weist der Cryptoradar auch den so genannten Buzz aus. Damit ist gemeint, ob es viele Äußerungen zu der jeweiligen Kryptowährung auf Twitter gibt oder eher weniger. Ist eine Steigerung der Anzahl der Äußerungen die Konsequenz aus den Marktentwicklungen? Das würde Beobachtungen in der Vergangenheit entsprechen: Als sich 2016/17 die Bitcoin-Kurse stark nach oben entwickelten, redete gefühlt die ganze Welt von diesem Phänomen. Das ist allerdings bei besonderen starken Kurseinbrüchen ebenso der Fall. Die Menge allein sagt also wenig über die Richtung des Kursverlaufs, sondern eher etwas über die Heftigkeit der Entwicklung.

Sentiment und Buzz werden immer auf der Basis von Tweets aus den letzten 24 Stunden ermittelt und Trends aus einem Vergleich mit dem Zeitraum davor.

Wie kann man die Ergebnisse des Cryptoradar interpretieren und daraus Strategien ableiten?

Wie dargestellt, ist das Verhältnis von Stimmungen auf Twitter und der tatsächlichen Kursentwicklung nicht eindeutig bestimmbar. Gleichwohl lassen sich aus der einschlägigen Forschungsliteratur Zusammenhänge bestimmen, die in besonderen Situationen im Rahmen einer über dem Durchschnitt liegenden Wahrscheinlichkeit zutreffen. Welche Erkenntnisse kann man nun konkret aus dem Cryptoradar für seine eigenen Investitionsentscheidungen ableiten? Hier ein paar Ansätze…

Momentaufnahmen des Cryptoradar

Cryptoradar vom 21. August 2020
Auffällig ist die herausgehobene Position von Ripple (XRP) rechts oben. Sowohl in Bezug auf den Buzz als auch bei der Stimmung sind bessere Werte nicht möglich. Tatsächlich waren an diesem Tag bei dieser Kryptowährung besonders positive Kursausschläge zu beobachten.

BISON Cryptoradar

Cryptoradar vom 27. August 2020
Hier fallen die guten Werte bei Sentiment und Buzz für die Kryptowährung Bitcoin Cash (BCH) ins Auge. Kursbewegungen waren allerdings an diesem Tag nicht besonders auffällig.

BISON Cryptoradar vom 27. August 2020

Cryptoradar vom 04. September 2020
Die Stimmung und der Buzz zeichnen sich durch schwache Vorzeichen aus oder anders ausgedrückt: Die Stimmung ist ziemlich im Keller. Kein Wunder: Der Markt musste starke Kursverluste hinnehmen.

BISON Cryptoradar vom 04. September 2020

Cryptoradar vom 21. September 2020
Alles normal insgesamt. Nur Litecoin (LTC) etwas schwächer und Ethereum (ETH) etwas positiver.

BISON Cryptoradar vom 21. September 2020

Fazit: Der BISON Cryptoradar ist eine Glaskugel, in der man die Gegenwart sehr scharf, aber die Zukunft nur sehr unscharf sehen kann.

Der Cryptoradar von BISON liefert Informationen über das, was aktuell auf dem Markt der Kryptowährungen an positiven oder negativen Stimmungen vorherrscht. Er macht es möglich, den Inhalt von tausenden Tweets aus den letzten 24 Stunden im Überblick zu erfassen. Schwieriger wird es, den Cryptoradar für Aussagen über zukünftige Entwicklungen zu nutzen. Zu komplex ist der Zusammenhang zwischen Kryptokursen und veröffentlichter Stimmungslage der Marktteilnehmer. Deswegen trifft auch hier die fast schon sprichwörtliche Redensart zu: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“

Hinweis:
Dieser Artikel basiert auf der Masterarbeit “Twitter News Sentiment and Intraday Returns of Cryptocurrencies – An Empirical Analysis”, die Andreas Pottmeyer 2018 an der Universität Hohenheim am Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen eingereicht hat. Andreas Pottmeyer ist bei BISON als Produktmanager tätig.